NOVA - Teil 4: Im Zentrum - Kapitel 9
Persönliches Logbuch Admiral Krato Schinoffer, Kommandant der ARK NOVA.
Tag 6139.
Ich befürchte das Schlimmste. Vor einer Stunde hat sich die NOVA urplötzlich in Bewegung gesetzt, wie es zuvor schon mit Captain Grazfelds Shuttle geschehen ist. Ich habe das Schiff wenden lassen, habe vollen Schub befohlen, die Maschinen bis an die Belastungsgrenzen treiben lassen, doch was auch immer uns gezogen hat, es war stärker.
Jetzt sitzt das Schiff zur Hälfte mitten in der Anomalie. Ich habe alle Sicherheitskräfte in die Achtersektionen beordert und die automatischen Sicherungssysteme an allen Durchgängen in der hinteren Hälfte des Schiffes aktiviert. Denn ich befürchte, es wird hier über kurz oder lang zu unerfreulichen Begegnungen kommen.
Die Ortung hat einen ersten klaren Blick in den Raum hinter uns werfen können. Allem Anschein nach befinden wir uns nicht im freien Raum, sondern in einem Höhlensystem gewaltigen Ausmaßes. Die Höhle, in die wir Einblick haben, scheint mehrere hundert Kilometer zu durchmessen. In allen Richtungen zweigen weitere Höhlen von ihr ab.
Das Schlimmste aber ist, dass diese Höhlen bewohnt sind. Die Lebewesen in diesem Gebiet erinnern entfernt an Hunde, jedoch scheinen sie um die zwei Meter lang zu sein. Sie sind überall in den Höhlen. Es wimmelt hier von ihnen, wie in einem Ameisenhaufen.
Die Kreaturen sehen aus, als bestünden sie aus einem schwarzen Material, ähnlich dem, das wir in Grazfelds Shuttle entdeckt haben.
Kurz bevor die NOVA begann sich zu bewegen, hat die Masse sich schlagartig ausgedehnt. Binnen weniger Minuten hat sie das Shuttle komplett verschluckt. Ich habe den Hangar versiegeln lassen. Wachen sind an allen Zugängen postiert. Wenn uns nicht bald eine Erklärung für all das hier einfällt, lasse ich die Hangartore öffnen und die Masse ins Vakuum blasen.
Sarah, es sieht wohl so aus, als bekäme ich doch noch Gelegenheit, das Schiff in den Untergang zu führen, bevor du mich in den Ruhestand schicken kannst.