Logbuch Lieutenant Sarah James, Erster Offizier der ARK NOVA.
Tag 6140.
Die Kreaturen haben die unteren zwei Drittel des Schiffes überrannt. Wir halten einen schmalen Korridor von der Brücke bis in den mittleren Teil der NOVA, bis kurz hinter den Sporthallen.
Diese hundeartigen Wesen bewegen sich unheimlich schnell. Sie überrennen einfach jeden, der ihnen im Weg steht. Dann rammen sie einen langen Fangzahn oder Rüssel oder keine Ahnung was in den Körper ihres Opfers. Wenige Momente später ist das Opfer tot.Gegenüber Feuerwaffen erweisen sich die Kreaturen als äußerst hartnäckig. Der einzige belegte Erfolg in einem Feuergefecht hatte zur Folge, dass der komplette Frachtraum C-17 in Schutt und Asche gelegt wurde, um nur eine einzelne Kreatur zu vernichten.
Sergeant Kepoller von der Sicherheit hat uns durch Zufall ein klein wenig Hoffnung geschenkt. Was von seinem Trupp übrig war befand sich auf der Flucht durch die Labors. Irgendwo musste es eine offene Strahlungsquelle gegeben haben. Die jagte den Kreaturen gehörigen Respekt ein. Inzwischen können wir bestätigen, was Kepoller berichtet hat. Die Kreaturen reagieren sehr empfindlich auf Gammastrahlen. Bei einer genügend hohen Dosis scheinen sie Schmerz zu empfinden und weichen zurück.
Wir haben alle nur irgendwie verfügbaren Gamma-Quellen zusammengetragen und unter der Besatzung verteilt. Besonders viel hilft es jedoch nicht. Die Kreaturen haben Kamikaze-Taktiken für sich entdeckt. Eine Kreatur stürzt sich auf den Träger einer Strahlungsquelle, umhüllt ihn und scheint dann regelrecht zu implodieren. Am Ende sind weder die Kreatur noch der Träger noch die Strahlungsquelle übrig.
Der Admiral hat deswegen einen Plan entwickelt. Wir haben eine Großoffensive im vorderen Teil des Schiffes gestartet, während er sich mit allen verbliebenen Technikern in die Maschinensektion durchschleicht.
Wir haben uns inzwischen wieder auf der Brücke verschanzt und es kann sich nur noch um Minuten handeln, bis die Türen brechen und das Schiff endgültig fällt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Admiral Erfolg hat.
In wenigen Minuten will er die Antriebskerne überladen, die Strahlung sich aufbauen lassen und sie dann freisetzen. Er hofft, dass wir damit die Kreaturen vernichten und gleichzeitig den Riss schließen können.
Der Nachteil des Plans ist offensichtlich. Von uns wird niemand überleben. Es würde mich wundern, wenn von uns überhaupt Überreste verblieben. Wenn wir dadurch jedoch die Kreaturen stoppen können, verhindern, dass sie sich in der Galaxie ausbreiten, dann muss es wohl sein.
Ich habe vor ein paar Minuten noch versucht, Funksprüche auszusenden und eine Warnboje abzuschicken, doch inzwischen funktioniert kaum noch ein System.
Ich hoffe nur, dass irgendwer diese Aufzeichnungen hören kann, denn das bedeutet zumindest, dass Triangulum nicht von den Kreaturen überrannt wurde.
Einen Moment!
Es beginnt.