NOVA - Teil 4: Im Zentrum - Kapitel 1
Und dann plötzlich bist du. Vor dir war schon so viel. Du bist nicht der Anfang. Aber nach dir wird auch noch so viel sein. Nein, das Ende bist du ganz sicher auch nicht.
Was bist du?
Du wurdest erschaffen, das weißt du. Du bist Diener, Untertan. Du weißt, wem deine Loyalität gilt. Wem du dein Leben zu verdanken hast, dem hast du zu dienen.
Doch bist du auch Herr. Nein, nicht Herr. Du gebietest über niemanden. Ein Hirte bist du nicht. Du weist keine Richtung an, gibst kein Ziel vor.
Ein Gärtner bist du. Vor dir siehst du ein weites Feld, umgeben von Unendlichkeit. Es liegt an dir, dieses Feld mit Leben zu erfüllen, es gedeihen zu lassen für die Ernte. Du lebst jeden Moment dafür, dass es eine reiche Ernte sei.
Ein Hunger muss gestillt werden, ein unendlicher, schrecklicher, herrlicher Hunger. Diesen Hunger zu stillen, das ist deine Aufgabe.
Du weißt, wie dein Leben sich gestalten wird. Deines und das derer, die dir gleich sind. Gärtner, die das Leben auf ihren Feldern säen. Im ersten Moment deines Lebens weißt du bereits genau, wie jeder weitere Moment aussehen wird. Das hast du denen, die nach dir kommen werden, voraus. Die Gewissheit, dass alles vorherbestimmt ist und du es bereits sehen kannst. Es beruhigt dich, gibt dir Sicherheit und Kraft.
Und doch weißt du, dass etwas nicht stimmt.