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Was einst als ein “The Mountain Goats” Mammut-Post geplant war in Ehren ihres Albums “Heretic Pride”

Wann immer ich eine neue Platte erstehe, habe ich ein kleines Ritual. Ich nehme mir das Stündchen Zeit, das Album in einem Zug durchzuhören. Jeder Song wird mit seinen iTunes-Sternchen versehen und bekommt im besten Fall einen Haken um anzudeuten, dass ich ihn am Schluss in eine Playlist namens “Alles was ich hören mag” ziehen werde. In der Regel sind das so drei, vier Songs, im schlimmsten Fall auch gar keiner.
Seit ich durch die Merlin Show vor einiger Zeit auf die Mountain Goats aufmerksam wurde, gibt es ein dramatisches Ungleichgewicht in meiner iTunes Library. Die Goats dominieren “Alles was ich hören mag” streckenweise massiv.
Heretic Pride” stellt in dieser Hinsicht den absoluten Super-GAU dar. Das Album enthält 14 Songs. Fünfzig Minuten nachdem ich Play gedrückt habe, enthält die Playlist dreizehn Häkchen.
“Heretic Pride” ist durch und durch gut. Der Gedanke an eine Goats-Platte mit bedeutend mehr Instrumenten als einer Gitarre und einem Bass, insbesondere Drums, mag im ersten Moment gewöhnungsbedürftig sein, doch es funktioniert. Waren einige der frühen “John steht mit der Gitarre vor nem Recorder und spielt” doch etwas eintönig, klingt hier kaum ein Lied wie das andere. Endlich zeigen die Goats wirklich mal, was sie alles können.
Was sich jedoch wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht und ja nun mal das Herz der Goats ausmacht ist John Darnielle mit seinen teils kryptischen aber immer genialen Lyrics und seiner gewöhnungsbedürftigen aber irgendwie schönen Stimme.
Das Album enthält im Gegensatz zu “Tallahassee” oder “The Sunset Tree” keine Kracher vom Schlage eines “No Children” oder “This Year”, dafür sind diesmal alle Songs von der Hörbarkeit ungefähr gleichauf, was einfach nur angenehm ist.
Das Warten auf “Heretic Pride” hat sich mehr als gelohnt. Kaufen! Verdammt noch mal, kaufen!

Videos!
Zuerst das Video zum ersten Track auf dem neuen Album, “Sax Rohmer #1″. Und im Anschluss mein All-Time-Favorite, eine Live-Aufzeichnung von “No Children”.

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