NOVA - Teil 1: Vergessen - Kapitel 4
Für das ungeübte Auge schien die HANNA reglos im Hyperraum zu stehen. Doch wer sich mit Reisen in diesem Medium auskannte, wusste, dass der Eindruck täuschte, das Schiff den Raum vielmehr mit mehreren zehntausend Stundenkilometern durchflog und zur selben Zeit ein Vielfaches der zurückgelegten Strecke im Normalraum gutmachte.
Abhängig davon, wie stark die Kugel, deren Explosion den Vortext geöffnet hatte, vom Projektor aufgeladen worden war, veränderte sich für das den Hyperraum durchfliegende Schiff seine Krümmung relativ zum Normalraum. Je stärker die Ladung des Projektors beim Start, desto stärker war auch die Krümmung des Hyperraums und desto schneller erreichte ein Schiff sein Ziel.
Sonderlich viel Energie hatte Ismael bei seiner Flucht nicht aufgewendet, denn für genaue Berechnungen der Flugstrecke und des Energieverbrauchs war ihm zu wenig Zeit geblieben. Er hatte nur gewusst, dass das Schiff ungefähr in Richtung des Systems San Havanna ausgerichtet gewesen war. Inzwischen hatten seine Berechnungen ergeben, dass der Flug noch ungefähr fünf Stunden dauern würde, eine höchst unwillkommen lange Zeitspanne.
Gelangweilt blickte Ismael auf, sah aus der Sichtkuppel vor dem Pilotensitz hinaus in den Hyperraum. Ein sonderlich beeindruckendes Bild bot sich ihm jedoch nicht. Ein dunkles, unendlich tiefes Grau erstreckte sich nach allen Seiten, durchzogen von Schwaden eines hellgrauen Nebels. In jüngeren Jahren hatte Ismael zahlreiche Geschichten gehört, denen zufolge in dem Nebel die Seelen all jener umher geisterten, die in den Pionierjahren der interstellaren Raumfahrt im Hyperraum verschollen waren. “Raumfahrergarn, nichts weiter”, murmelte Ismael und blickte in das Gewirr der grauen Wolken, die allerlei Formen annahmen und sofort wieder verloren.
Unwillkürlich dachte er an Hanna und endlose, graue, wundervolle Regentage auf Mantis IV, als Tränen ihm die Sicht verschleierten.
Ruckartig wurde Ismael nach vorne gerissen, als die HANNA den Hyperraum verließ und in den Normalraum eintauchte. “So, jetzt habe ich wenigstens auch einmal die Sicherheitsgurte testen können”, sagte er zu sich selbst und blickte sich um.
In einiger Entfernung hing die gelbliche Kugel des Planeten San Havanna in ihrem Orbit um die kleine weiße Sonne San Havanna im System San Havanna. Was es den Gründervätern dieses Planeten an namensgeberischer Kreativität gemangelt hatte, hatten sie durch geradezu unheimliche Geschäftstüchtigkeit wieder wettgemacht. Wenige Jahrzehnte nach der Gründung der ersten Siedlung auf dem Planeten, hatte San Havanna sich zu einem der zentralen Handelsplätze im blockfreien Raum entwickelt. Und die Vorraussetzungen hätten kaum besser sein können. San Havanna bildete den Mittelpunkt einer Raumausdehnung, an die die Gebiete dreier Mächte angrenzten: Die Freie Union der Menschheit, die Allianz der Völker und Parker Industries umschlossen diesen Teil des blockfreien Raumes fast vollständig, nur ein schmaler Korridor führte in den nächsten freien Sektor. Diese zentrale Lage, gepaart mit einer äußerst flexiblen Administration hatte San Havanna zu einem der pulsierenden Mittelpunkte der Galaxis werden lassen.
Inzwischen war das Schiff dem Planeten so nahe gekommen, dass Ismael mit bloßem Auge die gewaltigen Landefelder erkennen konnte, die sich über die gesamte Südhalbkugel erstreckten. Das Funkgerät zeigte einen eingehenden Spruch an. Als Ismael den Kanal öffnete, meldete sich eine freundliche Frauenstimme. “San Havanna Raumüberwachung, Tower Südost 4. Ihr Schiff wurde identifiziert als die HANNA.” Ismael biss die Zähne fest zusammen, als die Fremde am anderen Ende der Leitung den Namen aussprach. “Bitte nennen Sie Ihren Namen und das Ziel Ihrer Reise!”
“Mein Name ist Ismael Tyne. Ein bestimmtes Ziel habe ich nicht. Im Grunde bin ich auf der Durchreise.”
Als die Frau sich für einen kurzen Moment nicht mehr meldete fürchtete Ismael, die Funkverbindung sei zusammengebrochen. “Okay Ismael, willkommen auf San Havanna. Da Ihr Schiff nicht auf das Leitsignal für den Autopiloten reagiert hat, weise ich Sie gleich manuell zu Ihrem Landeplatz. In Kürze sind Sie außerdem in Reichweite des planetaren Kommunikationsnetzes. Dort finden Sie einen ausgezeichneten Führer durch die wichtigsten Einrichtungen und Attraktionen auf San Havanna. Machen Sie sich mal keine Sorgen! Durchreise hin oder her, Ihren Aufenthalt bei uns werden Sie so schnell nicht vergessen.”
“In der Tat, wie sollte ich das hier vergessen können?” fragte Ismael laut, jedoch an niemanden bestimmtes gerichtet. Es hörte ihm auch niemand zu, keiner der mehreren hundert Menschen, die ihn umgaben, mal langsam, mal schnell in alle Himmelsrichtungen strebend.
Das Gewirr aus Stimmen und Klängen glich einem endlosen Rauschen, in dem kaum einzelne Laute auszumachen waren. Laute Musik dröhnte aus Läden und von Reklameschildern, auf denen sich die dreidimensionalen Projektionen junger Frauen räkelten und Filmstars und Sänger diverse angesagte Produkte bewarben.
Mit einem kaum hörbaren elektrischen Säuseln setzte sich hinter Ismael die Bahn in Bewegung, die ihn und dutzende anderer Passagiere von den Landefeldern in das Handelsviertel von San Havanna gebracht hatte.
Hatte auf den Landefeldern noch ein Wind geweht, der unter der brennenden Sonne für ein wenig Frische gesorgt hatte, stand hier die Luft in den Straßen, legte sich wie ein Mantel aus purer Hitze über die schwitzenden Menschen.
Ein-, höchstens zweigeschossige Häuser aus einem gelblichen, dem Betrachter ein Gefühl angenehmer Kühle vermittelnden Gestein erstreckten sich so weit das Auge reichte, nur hier und da von den metallischen Strukturen der Bahngleise durchbrochen.
Ismael konnte sich wenden wohin er wollte, überall stiegen ihm intensive Gerüche in die Nase. Er folgte einem Hauch von Zimt und Erdbeeren auf die Straße hinaus und verlor sich in einem Schwall aus Muskat und Orangen.
Unzählige Stände säumten die Straßen in allen Richtungen, boten knallbunte, bizarr anmutende Früchte, Kleidung, Souvenirs und andernorts garantiert illegale Rauchwaren feil.
Ein Mann kam ihm entgegen, den Körper vom schweißbedeckten Hals bis zu den Beinen eingeschlossen in einer großen Kugel, an der Speicherchips für holographische Filme hingen.
Ein Knabe kam wie aus dem Nichts an den Mann heran geeilt und griff mit beiden Händen nach den teuersten Chips, die er erreichen konnte. Doch als er sie dem Händler vom Leib reißen wollte, hing er fest. So sehr er auch daran zerrte, die Chips wollten sich nicht von ihrer Befestigung lösen. Dem Händler, der das Treiben für einige Sekunden aus dem Augenwinkel betrachtet hatte, wurde es nun zu bunt und er beugte sich ein wenig zur Seite, so dass er sein Bein bequem heben und den Jungen mit Wucht treten konnte. Einige Schritte taumelte der Knabe zurück und starrte den Händler verwirrt aus seinen großen braunen Augen an, dann wandte er sich um und rannte weiter, so knapp an Ismael vorbei, dass sie kurz zusammenstießen und der Junge im Lauf ein hastiges “Tschuldigung!” rief.
Ismael wollte dem fliehenden Knaben hinterher sehen, doch stattdessen sah er nur die hühnenhaften Gestalten zweier Männer in den schwarzen Uniformen der örtlichen Polizei, die den zitternden — und seltsamer Weise knurrenden — Jungen in ihre Mitte genommen hatten. Erst als das Dreiergespann sich ihm näherte erkannte Ismael, dass das Knurren nicht von dem Jungen ausging, sondern vielmehr von der schwarz-grau getigerten Raubkatze, die einer der Polizisten an einer Leine mit sich führte.
“Ich nehme an, das gehört Ihnen?” fragte der tigerlose Polizist Ismael und hielt währenddessen den fingerlangen Kunststoffstab hoch, dessen integrierte Elektronik als Schlüssel für die Frachtluke der HANNA diente. Ismael nickte hastig. Dieser kleine Bastard hatte ihn doch tatsächlich beklaut. Schafft es nicht, einen Händler zu bestehlen, da schnappt er sich doch lieber den Zugang zum Schiff eines Wildfremden. Oder war der fehlgeschlagene Diebstahl zuvor gar Teil des Plans gewesen? Ismael spürte das unangenehme und ihm doch so vertraute Kribbeln aufkeimender Paranoia in seinem Bauch.
“Los, entschuldige dich bei dem Herrn!” befahl der andere Polizist in einem Ton, der auch ohne den Tiger an seiner Seite keinen Widerspruch zugelassen hätte.
Der Knabe senkte sein Haupt in wohlgeübter Demut. “Es tut mir Leid. Ich schwöre hoch und heilig, ich werde es nie wieder tun!” Als er seinen Blick wieder hob, standen Tränen in seinen Augen.
“Das hast du fein gemacht, und jetzt verpiss dich!” Das ließ sich der Junge keinesfalls zweimal sagen und ehe Ismael es sich versah, war der kleine Dieb im Gewirr der Menschenmassen verschwunden.
“Ich danke Ihnen vielmals”, sagte Ismael erleichtert. “Hat der kleine Kerl mich doch glatt hinters Licht geführt.”
“Schön schön.” Die Polizisten schienen von Ismaels aufrichtiger Dankbarkeit nur wenig beeindruckt. “Ich denke wenn Sie so zufrieden sind, sollten Sie uns das auch spüren lassen.”
Ismael hätte sich in diesem Moment selbst nicht wiedererkannt, so weit riss er die Augen auf. Er musste sich einfach verhört haben! “Wie bitte?!”
“Ich denke für unsere Leistungen sind hundert Pacus mehr als angemessen. Pro Kopf, versteht sich. Samantha denkt das übrigens auch.” Der Tiger — Verzeihung — die Tigerdame schnurrte zustimmend, als der Polizist ihren Kopf kraulte.
Für einige Momente stand Ismael einfach nur wie angewurzelt da, in der Hoffnung jeden Augenblick aufzuwachen. Als Samanthas Blick jedoch ungehaltener wurde und sie ihren Kopf ein wenig zur Seite neigte, suchte Ismael nur allzu bereitwillig in seinen Taschen nach Geld.
“Stets zu Diensten”, sagte der tigerlose Polizist, nachdem er das Geld genau nachgezählt hatte. “Und versuchen Sie ab sofort lieber, etwas mehr Abstand zu den Leuten hier zu halten.” Mit diesen Worten drehten die Polizisten sich um und führten Samantha zu ihrem nächsten Einsatz.
“Leichter gesagt als getan”, dachte Ismael und bemühte sich, in die Menge einzutauchen.
Stardust.
Erst jetzt fiel Ismael wirklich auf, wie niedrig die Häuser in diesem Viertel der Stadt waren. Dafür erstreckte sich das bebaute Gebiet aber auch über große Teile der über Hochgeschwindigkeitsbahnen mit dem Süden verbundenen nördlichen Halbkugel des Planeten. Zwar bestand San Havanna aus unzähligen kleineren Ortschaften, doch ihre Grenzen flossen so nahtlos ineinander über, dass für Fremde eine Unterscheidung der Orte nur schwer möglich war.
Stardust, so hieß die Bar, vor deren Tür Ismael stand. Auf seiner ziellosen Wanderung durch die Stadt hatte er schon dutzende Kneipen passiert, ebenso wies das Viertel eine florierende Bordelllandschaft auf. Doch nur das Stardust hatte es ihm angetan. Über dem Eingang leuchtete der Name in weißer Schrift, unterstrichen von einer Rauchspur. Diese Spur stammte aus dem Antrieb einer lächerlich antiquiert wirkenden Rakete, die nach rechts einem kleinen weißen Mond entgegen flog.
Der Gedanke, dass vor hunderten — nein, eher tausenden von Jahren Menschen in solchen absurden Kisten das All erkundet hatten, zeichnete Ismael ein Schmunzeln ins Gesicht.
Als er die Tür aufzog, schlug ihm eine Wand aus Qualm entgegen. Die zahlreichen Gerüche ließen darauf schließen, dass dort drinnen keine Art von Rauchwaren verpönt war.
Nur ein kleiner Schritt und Ismael war drin. Unangenehm warm war es, die Luft trocken, die Sicht vom Rauch verschleiert. Ismael spürte Tränen in seine schon jetzt geröteten Augen steigen. “Nun komm aber, das bisschen dicke Luft wird dich doch nicht schrecken. Verdammt, du bist ein Mann!” sagte er sich selbst und ging voran, die Augen nach einem freien Sitzplatz offen haltend.
Im Hintergrund war leise Musik zu hören. Vermutlich hätte Ismael sie sogar als laut empfunden, wäre sie nicht im allgemeinen Lärm untergegangen. Jeder der Anwesenden schien sich so laut zu unterhalten, wie es nur irgend möglich war.
Ismaels Anwesenheit fand nur wenig Beachtung. Einige Herren in feinen Anzügen beobachteten ihn von ihrem Tisch aus genau. Ismael sah sich in Gedanken bereits in mannigfache Szenarien involviert, in denen es jedoch immer darum ging, dass die Herren ihm an Geld und Leben wollten.
An der Bar hatte sich eine Traube von Männern in unterschiedlichen Uniformen versammelt, die jeden Spielzug des in die Luft projizierten FreeHoops-Matches mit johlendem Geschrei quittierten. Augenscheinlich waren die Spieler der San Havanna Golddiggers diese Saison “überbezahlte Hurensöhne” und der Schiedsrichter, der soeben einen weiteren Treffer für die Harpies von Heracles II für gültig erklärte, eine “Schwuchtel”, der man “mal so richtig die Fresse polieren” müsste.
Ismael spürte ein unangenehmes Kratzen im Hals. “Also diese freundliche Umgebung macht einen echt durstig”, dachte er und hielt weiter Ausschau nach einer Sitzgelegenheit.
Erleichtert atmete Ismael auf, als er sich auf einen Stuhl an einem leeren Ecktisch setzen konnte. Schlagartig fühlte er sich viel besser, sicherer vor allem. Mit dem Rücken zur Wand konnte er den ganzen Raum überblicken, zumindest soweit die rauchverhangene Luft dies zuließ.
Jetzt da er zur Ruhe kam, spürte er langsam einen brennenden Schmerz in seine Füße kriechen. Überrascht blickte er auf seine Uhr. Tatsächlich war er schon fast drei Stunden unterwegs und nur ziellos durch die Stadt gewandert. Er hoffte, dass der Weg zur nächsten Bahnstation gut ausgeschildert war, denn auf den Rat der hiesigen Bevölkerung wollte er sich nicht zwingend verlassen müssen. Zwielichtigkeit schien ihm auf dieser Welt doch zu sehr zum Alltag zu gehören.
Es dauerte nicht lange, bis eine schlanke Frau an seinem Tisch erschien und ihn nach seinen Wünschen fragte. “Hm, ich denke mir reicht erst mal ein Wasser.” Ismael wunderte sich etwas, als die Bedienung scheinbar wissend lächelte und wieder verschwand, aber vermutlich sah man ihm die leichte Grünfärbung hinter den Ohren doch einfach an.
Nach einigen Minuten kehrte die Frau zurück und stellte ihm das Wasser auf den Tisch. Doch anstatt wieder zu gehen und sich den anderen Gästen zu widmen, setzte sie sich einfach Ismael gegenüber hin. Mehr als sie verwundert anzusehen schaffte er gar nicht mehr, da begann sie schon zu sprechen. Ihre Stimme klang dunkel und sanft, doch die Worte sprudelten im Eiltempo aus ihr heraus.
“Hör mir zu! Erst einmal, das Wasser geht auf mich; kein Grund mir zu danken. Ich habe dich seit deiner Ankunft beobachtet und verfolgt. Falls du dich fragst, ja man merkt dir an, dass du ein Greenhorn bist, sogar mehr als du dir vielleicht vorstellen magst. Liegt vermutlich daran, dass du die Augen so weit aufreißt. Oh, und ich würde mir an deiner Stelle die ruckartigen Kopfbewegungen bei jeder noch so kleinen Überraschung abgewöhnen.
“Ich habe dir ein Angebot zu unterbreiten. Wir geben gleich die Betankung deines Schiffes in Auftrag und organisieren ein paar Vorräte und Ausrüstung. Dann gehen wir an Bord und ich nenne dir einen Satz Koordinaten. Du bringst mich zu diesen Koordinaten, wartest, bis ich mit meiner Arbeit dort fertig bin. Danach fliegen wir zurück nach San Havanna oder einem anderen Planeten in vergleichbarer Entfernung. Zu keinem Zeitpunkt kann ich für deine Sicherheit garantieren, aber es ist zumindest nicht damit zu rechnen, dass du unter Feuer genommen wirst.
“Sind wir im Geschäft?”
Zu behaupten, dass Ismael sich überrumpelt fühlte, wäre eine unermessliche Untertreibung. In seinem Kopf kreisten die Gedanken. Sollte er das Angebot annehmen? Wer war die Frau überhaupt? Keine Garantie für seine Sicherheit? Was hatte er schon zu verlieren? Warum sein Leben riskieren? Was sollte er sonst machen? Was hatte er überhaupt vor?
Er musste ein leichtes Stottern niederringen, als er antwortete: “O-okay, ich bin dabei.” Sie lächelte schon wieder, ihre hellbraunen Augen strahlten freundlich.
“Gut!” Ismaels Redezeit war abgelaufen. “Die Kosten für die Ausstattung übernehme ich. An wie viel hattest du für die Bezahlung gedacht? Ich zahle in Pacus, aber bei Bedarf kann ich auch noch Geld wechseln.”
Bezahlung? Woher zum Teufel sollte Ismael denn bitte wissen, wie viel ein freiberuflicher Pilot für einen potentiell lebensgefährlichen Auftrag einer ihm völlig unbekannten — wenn auch durchaus attraktiven — Frau verlangen sollte, ja durfte?
“Also ich würde sagen, zusätzlich zu den Liegegebühren sind hundert pro Tag angemessen.” Das hatte er gut gemacht. Mit fester Stimme hatte er seine Forderung präsentiert und mit einem bestimmten Kopfnicken unterstrichen. Ismael fühlte sich wie ein richtiger Geschäftsmann.
Dieses Lächeln, es war wieder da. Ismael verlor schlagartig das bisschen Selbstvertrauen, das er zuvor gefasst hatte. “Also gut, ich zahle die Liegegebühren für dein Schiff. Aber ich würde sagen, dass tausend Pacus pro Tag eher dem Standard entsprechen. Und ich bin auch nicht gewillt, weniger zu zahlen!” Hatte sie— ja, sie hatte ihm zugezwinkert.
“Gute Frau, du verhandelst hart. Aber mir bleibt wohl keine andere Wahl, als mich deinen Konditionen zu beugen”, scherzte Ismael. Er wusste, dass ihm noch ein interessanter Flug bevorstand.