Die Executive Summary Buchrezension: Philip Pullman — The Amber Spyglass
Mit “The Amber Spyglass” beendet Philip Pullman seine Trilogie “His Dark Materials”.
Die Armeen im Dienste der Authority und die Verbündeten des rebellischen Lord Asriel versammeln sich zum entscheidenden Gefecht. Dr. Mary Malone betritt eine Welt bewohnt von bizarren Wesen, die ihr helfen, hinter ein Geheimnis zu kommen, welches das Ende für alle Welten bedeuten könnte. Und Will und Lyra setzen ihre Reise fort, dringen in die Welt der Toten ein, einen zutiefst deprimierenden Ort, und sind schlussendlich gezwungen, ein großes Opfer zu bringen, um die Sicherheit aller Parallelwelten zu garantieren.
“The Amber Spyglass” ist zwar um Längen spannender als sein Vorgänger “The Subtle Knife”, reicht gleichzeitig aber immer noch nicht an den ersten Band, “The Golden Compass” heran. Die Handlung verläuft sehr geradlinig, einige Aspekte, insbesondere was die Prophezeiungen um Lyras Schicksal angehen, werden mehr oder weniger fallen gelassen. Die große Schlacht im letzten Drittel plätschert vor sich hin und dient nur als Dekoration und Ausrede, um die Charaktere in Gefahren bringen zu können. Die zahlreichen Tode eigentlich sehr wichtiger Figuren werden im Vorbeigehen abgehandelt. Den Höhepunkt der Belanglosigkeit bildet der Tod eines Mönches, der zu Beginn des Buches ausgesandt wird, um Lyra zu töten. Er kommt immer wieder vor und dann, ganz plötzlich, wird er getötet. Das mag zwar Methode sein, macht die Geschichte aber nicht zwingend spannender und steht im Widerspruch zum sich über mehrere Seiten hinziehenden Ableben Lee Scoresbys im zweiten Buch.
So anstrengend das Buch über weite Strecken sein mag, die letzten zwei Kapitel entschädigen für alles. Die ganze Zeit über liegt ein Gefühl in der Luft, man ahnt es schon, ist kein bisschen überrascht, wenn Lyra und Will sich am Ende ihrer schicksalhaften Entscheidung gegenüber sehen, aber trotzdem sind die letzten zwei Kapitel aufgrund der behutsamen Vorarbeit, die Pullman geleistet hat, die Charaktere so greifbar und vertraut wie möglich zu machen, herzzerreißend und wirklich rührend.
Damit ist “The Amber Spyglass” zwar keineswegs so überragend, wie es hätte sein können, gleichzeitig aber doch ein würdiger Abschluss für eine schöne Romantrilogie.