Die Leopard-Chroniken - Teil 3: Die Ersten Eindrücke ™
Transparente Menüleiste… Find ich gar nicht mal so übel. Sie ist gerade noch opak genug, um gut lesbar zu sein.
Spaces… Feine Sache. Bisher musste ich ständig meinen Desktop sauber halten, insbesondere wenn ich IM-Software laufen hatte. Jetzt sind Adium, iChat und Skype einfach in Space 2 geparkt. Wechsel funktionieren auch schön flüssig und die einfache Organisation ist ein Traum.
Dock (unten)… Ich weiß gar nicht, was viele so am neuen Dock stört. Sicher, der ganze Zauber ist unnütz wie ein Kropf, zugleich aber ungleich schöner anzuschauen. Was mir hingegen sehr missfällt ist, dass Anwendungen einen gehörigen Respekt vor dem Dock haben. Da das alte Dock noch ein in sich geschlossener Block war, fiel das Problem nicht so sehr auf, aber durch die offene Optik des neuen Dock stört es doch sehr. Ich kann ein Fenster zwar hinter das Dock schieben aber nicht so vergrößern, dass es bis zum unteren Bildrand reicht. Jedes Fenster? Nein, in iLife geht es nämlich. iTunes, iPhoto und ihre Freunde lassen sich genüsslich immer weiter ausziehen, bis sie vom Menü bis zum Bildrand reichen. Der Finder auch. Safari nicht. Diverse 3rd-Party-Anwendungen nicht. Wieso? Mhm, genau.
Dock (seitlich)… Das seitliche Dock ist ja nun eigentlich nicht mehr als eine leicht abgerundete, dunklere Version des alten Docks. Und insofern ist es auch recht gefällig. Aber hier fällt irgendwie störend auf, dass der Zebrastreifen unnötig breit geraten ist, jetzt da er seine Dreidimensionalität verloren hat.
Time Machine… Sicherlich, der Sternenhimmel-Effekt ist vollkommen übertrieben. Gleichzeitig stört er aber auch nicht. Die Bedienung ist vergleichsweise intuitiv. Zwar habe ich meine erste probeweise Dateirettung erst beim zweiten Versuch hinbekommen, aber jetzt denke ich den Dreh raus zu haben. Natürlich kann Time Machine die unbestreitbar lebensrettenden bootbaren Backups von SuperDuper! nicht ersetzen, aber für diese schmerzhaften Momente, nachdem man aus Versehen ein unheimlich wichtiges Dokument gelöscht hat, ist Time Machine genau richtig. Die Backups an sich verlaufen nach der ersten Sicherung sämtlicher Daten vergleichsweise unauffällig, aber ein Backup während der Nacht sollte ausreichen und vor allem gerät so nicht jede Stunde plötzlich alles kurz ins Stocken. Also sollte man einfach die Sicherungsplatte tagsüber abziehen. Oder man sollte sich einen Mac leisten können, der diesen Hintergrundprozess problemlos verkraftet.
Finder… Der neue Finder ist eine ganz bezaubernde Sache. Insbesondere überrascht er dadurch, dass Cover Flow tatsächlich flüssig funktioniert und in Verbindung mit Quick Look einen schnellen Überblick über eine Menge Dateien ermöglicht. Schade nur, dass Cover Flow gleichzeitig die Listenansicht erzwingt. Cover Flow plus Spaltenansicht, das wäre super. Oh, und kann es sein, dass der Finder immer noch auf Carbon basiert, statt auf Cocoa? Vorhin erschien mir nämlich all wieder die gute alte Stoppuhr anstelle des Beachballs.
Spotlight… Genau so hätte es schon in Tiger funktionieren sollen. Die Ergebnisse erscheinen jetzt in den allermeisten Fällen blitzschnell. Außerdem ist mir bis jetzt den ganzen Tag noch keiner der altbekannten Hänger untergekommen. Ein Glück für Quicksilver, dass die Trigger-Fuktionalität ungeschlagen ist, sonst käme ein Wechsel ernsthaft in Frage. Sehr schön ist im Übrigen auch, dass das bizarre nirgendwo hingehörende Spotlight-Fenster entschwunden und durch die Finder-Spotlight-Suche ersetzt wurde.
Scrollen in nicht aktiven Fenstern… Ganz eine feine Sache, die so manch einen Klick sparen wird.
Mail… So viel hat sich eigentlich gar nicht geändert, zumindest wenn man Notizen und Todos nicht braucht. Dafür werde ich diverse Menschen noch einige Male mit Templates nerven. Wunderbar ist die Autoerkennung von bestimmten Daten, wie Adressen oder Zeitangaben. Vorhin hatte ich eine E-Mail, in der “am Montag” stand. Jetzt ist “am Montag” allen Ernstes anklick- und in iCal anzeigbar. Und zu guter Letzt wurde der immer irgendwie deplatziert wirkende Aktivitätsanzeiger endlich in die Sidebar integriert. Wenn er jetzt trotzdem noch die gleichen Daten anzeigte, wie in der letzten Version, wäre er perfekt. Außerdem weigert sich das gute Stück immer noch recht regelmäßig, sich zu schließen.
iCal… Der neue Look ist gewöhnungsbedürftig aber übersichtlich. Die kleine Linie, die die aktuelle Tageszeit repräsentiert, hatte ich bisher nie vermisst, aber sie hilft unheimlich dabei, die Übersicht zu wahren. iCal ist ein definitiver Gewinn in diesem Update.
Geschwindigkeit… Schwupp. Schwupp. Schwupp. Yaaay!
Der neue Look… Die iTunes-artigen Fenster sind hübsch, ungelogen. Aber gleichzeitig hätte mal jemand im GUI-Elemente-Archiv aufräumen können. Es gibt jetzt unzählige Arten von Buttons plus die bizarren Unikate aus Mail. Dann verhalten sich, wie oben beschrieben, Fenster in Bezug auf das Dock unterschiedlich. Außerdem bleiben immer noch bizarre Aqua-Reste zurück, zum Beispiel Scrollbalken und Spaltenüberschriften. Aber natürlich ist das in iLife wieder ganz anders.
Aber wirklich übel finde ich die neuen Schieber, die dem iPhone und iPod Touch nachempfunden sind. Und da ergeben sie ja auch Sinn, denn ich muss ja wirklich etwas schieben, um das iPhone zu entriegeln. Aber wieso sollte ich einen Schieberegler betätigen, um Time Machine einzuschalten? Insbesondere da der Ein/Aus-Effekt auch einfach durch einen Klick auf die jeweilige Seite erreicht werden kann. Muss doch nicht sein.
Ersteindruck… Momentan finde ich noch nicht, dass Leopard sein Geld völlig wert ist. Aber ich habe ja auch erst zwei Tage damit verbracht. Mal sehen, wie sich die neue Katze in den nächsten Tagen und Wochen bewährt. Davon abgesehen bin ich nach knapp 24 Stunden Nutzung gerne bereit zu wetten, dass noch diese Woche die ersten Fixes auftauchen und potentiell sogar im November 10.5.1 erscheint.
Das klingt doch schonmal ziemlich nett. Will auch endlich meinen MacBook haben!!!!
Warum eigentlich “[...] Teil 3: Teil 3: Die [...]” ?
Ah, gut zu wissen. Weil ich meine Posts immer in Journler vorschreibe und dann in MarsEdit reinkopiere und da submitte. Und da muss ich das “Teil 3″ irgendwo doppelt drin gehabt haben.